Musikinstrumente aus Stein
Der Stein ist äußerlich  starr und hart. Doch wenn wir ihm einen Klang entlocken, wird etwas im Stein lebendig, was uns seltsam berühren kann. Er scheint von der fernen Vergangenheit seiner Entstehung zu erzählen.
 
STEINZIMBELSPIEL
 

Kreisförmige Steinplatten aus Dolerit oder Travertin sind mittig an einem Holzgriff befestigt.  Ihr Klang hat etwas seltsam Frisches und Unbeschwertes. Das Steinzimbelspiel besteht in der Regel aus sechs pentatonisch gestimmten Steinplatten. Zwei Zimbelspiele nebeneinander können eine chromatische Tonfolge über eine Oktave ergeben. Ihr Tonumfang reicht von c´´´ bis f´´´´. Man kann die Zimbeln auch aus dem Rahmen herausnehmen und an mehrere Spieler verteilen.

 Steinzimbelspiel aus Dolerit (rechts)
oder Travertin (links)
 
LITOPHONE
 

8 beziehungsweise 6 cm breite und 2 cm starke Steinplatten sind auf Leisten mit hartem Schaumstoff gelagert. Die Steine werden einzeln aufgelegt. Durch ihr relativ großes Gewicht können sie während des Spielens nicht verrutschen. Man schlägt sie mit Klöppeln an, kann sie aber auch mit einem Bogen an der Kante anstreichen. Sowohl der römische Travertin wie auch der schweizer Serpentinit sind hervorrragende Klangsteine. Doch von ihrer klanglichen Geste sind sie völlig unterschiedlich..

Lithophone aus Travertin

oder Serpentinit

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KONTRABASSKLANGSTEINE
 

1. Preis bei den 4. Königswinterer
Kunsthandwerkertagen August 2005:

Einmal mehr überzeugt ein Beitrag dieses Teilnehmers durch seine Ansprache vielfältiger Sinneswahrnehmungen. Ein verblüffender Klang-Effekt wird dadurch erzielt, dass drei massive Steinplatten unterschiedlicher Größe jeweils vor hölzerne Klangkörper gehängt werden. Spezielle Einschnitte in die Basaltsteine ermöglichen unterschiedliche Klangfarben. Die kühle Strenge der Gestaltung steht nur in scheinbarem Gegensatz zu einem warmen und tiefen Klangerlebnis.
(Text der Jury zum 1.Preis)

 
QUINTENKLANGSTEINE
 
Der Süßwasserkalkstein Travertin hat einen überraschend lang nachklingenden, obertonreichen, flirrenden Klang. Die Klangsteine sind über tönernen Resonanzgefäßen angebracht. Diese sorgen für eine warme und kräftige Klangverstärkung. Die Form der Doppelaxt bewirkt, dass der erste Oberton eine Quinte über dem Grundton liegt. Wenn man die Klangplatten an verschiedenen Stellen anschlägt, wird mal mehr der Grundton, mal die Obertöne angeregt. Seitlich an der Spitze angeschlagen klingen alle Töne akkordhaft miteinander.


Warum wohl haben die Babylonier ihr Kupfer in Doppelaxtformen eingegossen? Haben sie vielleicht schon davon gewusst, welch ein Wohlklang in einer solchen Form steckt?

 
STEINSCHWINGEN
 

In 2 Klangsteinen aus dem indischen Gabbro Star Galaxy, die auf einem Holzpodest montiert sind, befinden sich jeweils 3 Einschnitte. Wenn man nun an der polierten Oberfläche der Steine mit nassen Händen reibt, entstehen durch die unterschiedlichen Tiefen der Einschnitte insgesamt 6, genau auf einander abgestimmte Töne (g,h,c´,d´,f´,g´) Die sanften, fliessenden Klänge werden von Resonatoren aus Acrylglas kraftvoll hervorgehoben.

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